#090 Schulbau neu gedacht: Seriell, modular und schneller?

Shownotes

Wir sprechen über einen Trendreport von Drees & Sommer zum enormen Investitionsstau im deutschen Schulbau. Marode Gebäude, steigende Schülerzahlen und langwierige Planungsprozesse treffen auf einen dringenden Bedarf an zeitgemäßen Lernräumen.

Eine mögliche Antwort: serielles und modulares Bauen. Standardisierte Systeme können Bauzeiten verkürzen und für mehr Kostensicherheit sorgen – ohne zwangsläufig zu monotoner Architektur zu führen. Gleichzeitig betrachtet der Report Nachhaltigkeit, kreislauffähige Materialien, neue pädagogische Anforderungen sowie unterschiedliche Kauf- und Mietmodelle.

Was ihr mitnehmt:

  • Warum der Schulbau dringend neue Prozesse braucht.
  • Was serielles und modulares Bauen leisten kann.
  • Wie Standardisierung und individuelle Lernlandschaften zusammenpassen.
  • Welche Rolle Holz und Cradle-to-Cradle spielen.
  • Warum auch Finanzierungs- und Genehmigungsmodelle neu gedacht werden müssen.

… und für den Deep Dive ins Rabbit Hole: https://www.dreso.com/de/aktuelles/details/trendreport-bildungsbau-2025-serielles-bauen-als-antwort-auf-die-schulbaukrise

🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen bei Snacks dem Snackable Podcast, produziert von Ström New Audio Culture.

00:00:06: Also stellen Sie sich mal vor sie stehen vor einem Berg.

00:00:10: Einem ziemlich gewaltigen Berg ja?

00:00:12: Genau!

00:00:13: Einen gigantischen Berg der exakt sixty-seven Komma acht Milliarden Euro schwer ist.

00:00:17: das ist nämlich der aktuelle Investitionsstau an Deutschlands Schulen kaputte Dächer gesperrte Tornhallen zu gige Fenster.

00:00:24: Sie kennen die Bilder wahrscheinlich

00:00:26: Ja, leider ein Dauerzustand.

00:00:27: Unsere Mission heute für Sie in diese Analyse lautet daher wie können wir diesen Berg abbauen ohne jetzt wieder Jahrzehnte zu warten?

00:00:35: Die überraschende Antwort aus der aktuellen Drehs- und Sommertrennstudie lautet serieller Schulbau – da schauen wir mal tief in die Quellen!

00:00:44: Richtig, denn der Handlungsdruck ist gerade extrem.

00:00:47: Das liegt an einem ganz simplen demografischen Faktor, der auf diese ohnehin schon marode Infrastruktur trifft.

00:00:53: Die Schülerzahlen ne?

00:00:54: Genau

00:00:55: Die steigen enorm.

00:00:56: Also bis zu zwei Tausend fünfunddreißig sprechen wir laut der Daten von einem bundesweiten Zuwachs, von siebenhundert achtundfünfzigtausend Schülerinnen und Schülern.

00:01:07: das System platzt buchstäblich aus allen Nähten.

00:01:10: Wir brauchen also wahnsinnig schnell neuen vor allem hochwertige Raum

00:01:15: Und genau da scheitert hier unser bisheriger Ansatz oder?

00:01:18: Bisher bauen wir Schulen ja meistens wie Ich sag mal, wie ein Maßanzug.

00:01:23: Jedes Gebäude wird einzeln von Grund auf neu geplant und hochgezogen.

00:01:27: Exakt!

00:01:28: Wir bauen derzeit Schulen so als würde man ein Auto direkt auf der Straße bei Regen zusammenschrauben.

00:01:34: Schöner Vergleich ja?

00:01:35: Serielles Bauen verlegt die Schule dann quasi ans Fließband wo Roboter- und Fachkräfte millimetergenau im Trockenen arbeiten.

00:01:44: Laut der Studie reduziert das die Bauzeit teilweise auf nur vierzehn Monate.

00:01:49: Wie so ein Lego-Bausatz eigentlich?

00:01:51: Das wird oft in einen Topf geworfen.

00:01:53: Ah ok, was ist da genau der Unterschied?

00:01:56: Also seriell bedeutet das zweidimensionale Bauteile wie Wände oder Decken vorgefertigt und auf der Baustelle montiert werden.

00:02:04: Modular geht dann noch einen Schritt weiter – in die Dreidimensionalität.

00:02:08: Das heißt, da kommen schon komplette Räume an!

00:02:10: Ganz genau!

00:02:10: Da werden komplette Raumeinheiten inklusive Innenausbau im Werk produziert.

00:02:15: Was wir in beiden Fällen gewinnen, sind massive Skaleneffekte, eine verlässliche Kostensicherheit und eben eine hohe Qualität die nicht vom Baustellenwetter

00:02:25: abhängt.".

00:02:36: Wir empfehlen Ihnen unsere frühere Folge zum Thema Plattenbauschultyp Erfurt, wo es auch um das Thema Schule ging allerdings im Bestand.

00:02:43: Ja, das ist eine Superergänzung dazu?

00:02:46: Aber ist dieser hochgelobte moderne Serienbau jetzt unterm Strich nur derselbe Betonblock mit einem neuen grünen Anstrich?

00:02:53: Nein absolut nicht!

00:02:55: Das ist ein verständlicher Reflex aber die architektonische Realität hat mit der klassischen Platte eigentlich nichts mehr zu tun.

00:03:02: Ok Haben Sie dann Beispiel aus unseren Quellen?

00:03:06: Werfen wir mal einen Blick auf internationale Best Practices.

00:03:09: In Amsterdam hat das renommierte Architekturburg OMA ein sogenanntes Wood-Plug & Play System entwickelt oder in Dänemark, da steht die Erlebskohl.

00:03:19: Das

00:03:19: klingt jetzt schonmal nicht nach grauer Platte?

00:03:21: Gar nicht!

00:03:22: Das sind architektonisch extrem anspruchsvolle lichtdurchflutete Gebäude, die fast vollständig aus nachhaltigen Holz bestehen.

00:03:31: Der Schlüssel zu dieser Qualität liegt in der Vorbereitung – der sogenannten Phase

00:03:36: Null.

00:03:37: Das heißt, bevor überhaupt ein Bagger anrollt oder ein Modul gefriest wird ermittelt man erstmal den echten Bedarf.

00:03:43: Richtig!

00:03:44: Das ist eine Phase in der Pädagogen, Architekten und auch die Schüler selbst klären was die moderne Lernlandschaft überhaupt braucht

00:03:52: damit wir eben keine starren Kisten mehr bauen.

00:03:55: Ganz genau!

00:03:56: Man definiert zuerst das pädagogische Konzept, also offene Lernlandschaften, Rückzugsorte oder spezielle Anforderungen an die Raumakustik.

00:04:04: Erst dann werden die Module konfiguriert, dass sie genau diese Bedürfnisse abbilden.

00:04:08: Okay, nachhaltetes Holz, perfekte Akustik, lichtdurchflutete Räume – das klingt fantastisch aber doch auch wahnsinnig teuer.

00:04:17: Wenn Kommunen schon kein Geld für ein dichtes Dach haben wie sollen Sie sich solche Architekturen leisten?

00:04:24: Das führt uns zu einer strukturellen Verschiebung in der Finanzierung, die in der Studie analysiert wird.

00:04:29: Man muss diese Gebäude nämlich nicht zwingend über gigantische Einmalinvestitionen kaufen!

00:04:36: Mietmodelle werden für Kommunen immer attraktiver – sie verlagern die Ausgaben quasi von den Investitionskosten hin zu den laufenden Betriebskosten.

00:04:45: Die Kommune bekommt extrem schnell ihr Gebäud und das gesamte Lebenszyklusrisiko bleibt beim privaten Anbieter.

00:04:52: Moment, wenn die Kommune das Gebäude nur mietet.

00:04:54: Dann haben die Bauunternehmen ja plötzlich ein massives Eigeninteresse daran dass das Dach eben nicht nach zehn Jahren leckt oder?

00:05:00: Völlig richtig!

00:05:01: Weil die ja sonst selbst auf den Instandhaltungskosten sitzen bleiben.

00:05:06: Exakt!

00:05:07: Das zwingt die Anbieter zu einer langfristigen Qualitätsdenke und hier schließt sich auch der Kreis zum zirkulären Bauen diesem Cradle-to-Cradle-Prinzip

00:05:18: Also von der Wiege zur

00:05:19: Wiege.

00:05:20: Genau Wenn der Anbieter Eigentümer bleibt, will er die verbauten Materialien später natürlich wieder verwenden.

00:05:26: Dafür nutzen sie digitale Gebäudematerialpässe über Plattformen wie Madasta.

00:05:31: Das stand auch in den Quellen?

00:05:33: Wie funktioniert das genau?

00:05:34: Das funktioniert im Grunde wie ein digitaler DNA-Test für das Gebäude.

00:05:39: Jede Schraube, jeder Holzbalken und jedes Fassadenelement wird in einer Datenbank erfasst.

00:05:47: Das bedeutet, wir sprechen hier nicht von klassischem Abriss und Recycling wo am Ende minderwertiger Bauschutt übrig bleibt.

00:05:54: Richtig!

00:05:55: Die Schulen werden zu transparenten Rohstoff lagern.

00:05:59: Wow...

00:06:00: Wir nutzen eine Schule also für ein Jahrzehnt?

00:06:03: Und danach wird sie einfach demontiert?

00:06:06: Und die Module werden zu hundert Prozent woanders wiederverwendet?

00:06:11: Ein fundamentaler Paradigmenwechsel in der Bauwirtschaft.

00:06:14: Wir schonen die Umwelt durch reduzierte CO-Zweihemission und entlasten langfristig die Haushalte.

00:06:20: Ein wirklich faszinierender Gedanke, der weit über den Schulhof hinausgeht!

00:06:24: Und wenn Sie, liebe Hörer, diese Analyse spannend fanden empfehlen sie unseren Podcast doch gerne an Kollegen oder Freunde weiter?

00:06:32: Ja denn – Wenn wir diese Logik mal konsequent zu Ende denken stehen wir eigentlich vor einer völlig neuen Art der Stadtentwicklung.

00:06:39: Absolut Was wäre, wenn wir künftig unsere gesamten Städte nicht mehr für die Ewigkeit mauern?

00:06:45: Sondern als riesige flexible Modulandschaften denken.

00:06:49: Die atmen und wachsen können!

00:06:52: Das lassen wir Sie jetzt einfach mal mit in den Tag nehmen.

00:06:54: – das war eine weitere Folge von Snacks dem Snackable Podcast.

00:06:59: Produziert von Strömio Audio Culture.

00:07:01: Schauen sie gerne in die Show Notes für weitere Infos zu unserem Thema.

00:07:04: Bis zur nächsten Folge.

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