#084 House of Defense? Was Dual Use für Immobilien und Städte bedeutet
Shownotes
Wir sprechen über die Erkenntnisse des Prognos Dual-Use-Atlas und die Frage, welche Auswirkungen die wachsende Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft auf Immobilien, Quartiere und Stadtentwicklung hat. Der Dual-Use-Markt entwickelt sich zunehmend von der klassischen Industrie hin zu einer wissens- und technologiegetriebenen Branche – mit neuen Anforderungen an Gebäude und Standorte.
Im Mittelpunkt stehen Entwicklungszentren, Rechenzentren, Software-Hubs und Forschungsstandorte statt reiner Produktionsflächen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Sicherheit, Resilienz und digitale Infrastruktur künftig zu entscheidenden Standortfaktoren werden – sowohl in Metropolregionen als auch in spezialisierten Industrieregionen.
Was ihr mitnehmt:
Warum Dual Use weit mehr ist als klassische Rüstungsindustrie. Welche neuen Assetklassen durch die Sicherheitsökonomie entstehen. Wie sich Stadt- und Regionalentwicklung durch technologische Innovation verändert. Weshalb resiliente Infrastruktur künftig zur Pflicht jeder Projektentwicklung gehört.
… und für den Deep Dive ins Rabbit Hole: https://www.prognos.com/de/prognos-dual-use-atlas
🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Snacks dem Snackable Podcast, produziert von Ström New Audio Culture.
00:00:07: Also wussten Sie das?
00:00:08: Fünfundvierzig Prozent der Beschäftigten in der deutschen Industrie und Tech-Branche an Dingen arbeiten die quasi auch militärisch genutzt werden könnten.
00:00:17: Das ist wirklich eine Wahnsinneszahl oder?
00:00:19: Total!
00:00:20: Und genau das ist das Ziel unserer heutigen tiefgehenden Analyse des Prognos Dual Use Atlas.
00:00:27: Wir wollen mal entschlüsseln was dieses Dual-Use wirklich bedeutet und warum es eigentlich gerade die gesamte deutsche Wirtschaft und auch unsere Arbeitswelten transformiert.
00:00:37: Genau, diese Transformation passiert ja weitgehend unsichtbar.
00:00:41: also wir stellen uns bei dem Thema Rüstung oft noch so diese riesigen Fabriken mit dicken Schornsteinen vor aber die Realität unserer Produktionslandschaft und der Arbeitsplätze sieht heute einfach völlig anders aus.
00:00:52: Um das vielleicht mal so ein bisschen greifbar zu machen, Dual Use ist im Grunde quasi das Schweizer Taschenmesser der Industrie.
00:00:59: Sehr schöner Vergleich hier!
00:01:01: Eine Technologie wird eigentlich ganz normal für den Zivilmarkt entwickelt und ist dann aber plötzlich extrem sicherheitsrelevant.
00:01:08: Nehmen wir mal kleine, effiziente Elektromotoren die eigentlich für so einen Scheibenwischer im Auto gedacht waren Und plötzlich treiben sie dann Aufklärungsdrohnen an.
00:01:18: Richtig oder auch die hochpräzisen Sensoren in ihrem Smartphone.
00:01:21: Die könnten auf einem Gefechtsfeld quasi exakt zur Zielerfassung dienen.
00:01:25: Krass!
00:01:26: Und da geht es ja um riesige Dimensionen
00:01:29: Absolut.
00:01:30: Also laut dem Prognos Atlas sprechen wir ihr allein im verarbeitenden Gewerbe für das Jahr, von drei Komma fünf Millionen Beschäftigten.
00:01:37: Wow!
00:01:38: Das viel?
00:01:39: Ja an einem Produktionswert von sechshundert vierhundneunzig Milliarden Euro.
00:01:44: und der Löwenanteil dieses Potenzials, der kommt eben aus ganz normalen Alltagsbranchen also den Maschinenbau steht für neunzehn Prozent und die Automobilindustrie für gut vierzehn prozent.
00:01:55: Warten Sie mal ganz kurz
00:02:00: Ja, das ist eine echte Hausnummer.
00:02:02: Aber
00:02:03: rechnen wir da nicht einfach jede normale Autofabrik künstlich zur Verteidigungsindustrie um?
00:02:09: Also nur weil handelsüblicher Kabelbaum theoretisch auch in so ein Militärfahrzeug passen könnte... Das klingt für mich fast nach einer statistischen Illusion!
00:02:19: Die Zahl wirkt natürlich enorm, aber sie beschreibt keine Illusion sondern wirklich eine harte technologische Realität.
00:02:25: Ein moderner Radpanzer unterscheidet sich in seiner Grundstruktur also bei der Sensorik und beim Antrieb gar nicht mehr so extrem von einem hochgerüsteten Zivilfahrzeug.
00:02:34: Okay verstehe
00:02:36: Und wenn jetzt ein mittelständisches Unternehmen extrem robuste Getriebeteile für zivile Baumaschinen herstellt dann ist exakt dieses Know-how entscheidend um auch militärische Logistik am Laufen zu halten.
00:02:47: Ah okay Also die Basistechnologie ist identisch.
00:02:51: Heißt das dann im Umkehrschluss, wenn sich diese Technologie von der Mechanik in der Werkstatt immer weiter zur Software im Büro verlagert?
00:02:59: Ist denn ein ganz normaler App-Entwickler in seinem Berliner Bürogebäude heute plötzlich Teil der Verteidigungsindustrie?
00:03:06: Potenziell ja!
00:03:07: Und das lässt sich aus den Daten auch hervorragend ablesen und hat auch massive Auswirkungen auf unsere Arbeitsplätze und auch die Stadtentwicklung.
00:03:14: Inwiefern
00:03:15: das?!
00:03:16: Naja... Während das klassische verarbeitende Gewerbe in den letzten fünf Jahren sogar moderat Jobs abgebaut hat, ist der Sektor für Informations- und Kommunikationstechnologie – also Software & KI im Dual Use Bereich – um sattet zwanzig Prozent gewachsen.
00:03:29: Wahnsinn!
00:03:30: Ja, das sind hundertelftausend neue Jobs.
00:03:34: Die sitzen nicht mehr in dreckigen Werkshallen sondern in modernen Stadtquartieren und Bürogebäuden.
00:03:40: Das ergibt total Sinn.
00:03:41: Ein modernes Abwehrsystem ist ja heute im Grunde ein fliegender Server.
00:03:46: Moderne Sicherheitsskaliert also gar nicht mehr nur durch das Gießen von noch mehr Metall in irgendwelchen alten Industrieparks, sondern eben durch massive Datenverarbeitung und Vernetzung in modernen Tech Hubs.
00:03:57: Genau!
00:03:57: Es ist sogar noch weitreichender.
00:04:00: Zivile Forschungen treibt heute die Innovation – also autonomes Fahren oder die massenhafte Auswertung von Drohnenbildern in der modernen Landwirtschaft.
00:04:09: Das sind exakt die Algorithmen, die später für komplexe Aufklärungssysteme gebraucht werden.
00:04:13: Wenn es bei Sicherheit jetzt aber weniger um riesige Stahlwerke geht und mehr um vernetzten Code.
00:04:19: Heißt das dann auch, dass diese Industrie nicht mehr an klassische Rüstungshotspots gebunden ist?
00:04:25: Also zerfällt dieser Landkarte der Sicherheitsproduktion die wir im Kopf haben da gerade völlig?
00:04:30: was die Standorte angeht?
00:04:32: Sie zerfellt nicht direkt sie formiert sich eher dezentral neu.
00:04:37: Deutschland hat da ja ein massiv arbeitsteiliges System.
00:04:41: Der Süden, also der Raum um München und Stuttgart fungiert da mit seinen ganzen Forschungseinrichtungen als kompletter industrieller Kernraum.
00:04:49: Und der Westen?
00:04:50: Der liefert wiederum die schiere Produktionsmasse durch seine enorm breite industrielle Basis.
00:04:55: Okay aber wie sieht das im Rest des Landes aus?
00:04:58: Weil wir sprechen hier ja offensichtlich nicht nur von den typischen Ballungszentren und Großstädten.
00:05:03: Richtig!
00:05:03: Der Osten liefert zunehmend das technologische Gehirn für diese Systeme.
00:05:07: In Dresden wird beispielsweise Mikro-Elektronik für zivile Autos gebaut.
00:05:11: Ach, dieses typische Silicon Saxony?
00:05:13: Ganz genau!
00:05:14: Und diese Halbleiter können quasi eins zu eins die Rechenleistung für komplexe Abwehrsysteme liefen.
00:05:20: Der Norden wiederum nutzt seine civile Marineinfrastruktur – also fortschrittliche Radartechnik lässt sich dort nahtlos für die Marine anpassen.
00:05:29: Das ist echt spannend.
00:05:30: Das Entscheidende dabei ist aber….
00:05:32: Diese Sicherheit entsteht ganz oft tief im ländlichen Mittelstand.
00:05:36: Viele dieser Unternehmen produzieren kritische Komponenten, ohne sich jemals aktiv als Teil so einer militärischen Lieferkette zu sehen.
00:05:43: Die Sicherheit unseres Landes entsteht also quasi als Nebenprodukt unserer ganz normalen Wirtschaftskraft!
00:05:50: Das ist wirklich ein faszinierender Perspektiv-Wenkel und das bringt mich zu einem provokanten Gebanken den Sie heute für sich mitnehmen können?
00:05:57: Da bin ich gespannt.
00:05:59: Wenn zivile Innovationen zunehmend das Rückgrat unserer nationalen Sicherheit bilden, verschwindet dann in Zukunft die Grenze zwischen einem alltäglichen Wirtschaftsunternehmen oder Bürokomplex und kritischer Infrastruktur völlig?
00:06:12: Das ist wirklich eine extrem wichtige Frage, die wir in den kommenden Jahren definitiv auf gesellschaftlicher Ebene beantworten müssen.
00:06:18: Absolut!
00:06:19: Und wenn Ihnen diese Erkenntnisse geholfen haben empfehlen Sie diesen Podcast gerne an Ihre Freunde und Kollegen weiter.
00:06:26: Das war eine weitere Folge von Snacks, dem Snackable Podcast.
00:06:31: Produziert von Ström, New Audio Culture!
00:06:35: Schauen Sie gerne in die Show Notes für weitere Infos zu unserem Thema.
00:06:39: Bis zur nächsten Folge.
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