#082 Social Impact: Wie Städte Demokratie stärken können
Shownotes
Wir sprechen über die Bedeutung von Social Impact und die Frage, wie soziale Innovationen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können. Im Mittelpunkt steht das Munich Urban Colab als Ort der Begegnung, an dem Start-ups, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam an Lösungen für urbane Herausforderungen arbeiten.
Die Folge zeigt, wie Themen wie Einsamkeit, fehlende Teilhabe und schwindendes Vertrauen in Institutionen durch konkrete Projekte vor Ort adressiert werden können. Initiativen wie die ReDI School, Bellevue di Monaco und der „Zuhörraum“ machen deutlich, wie soziale Innovationen Integration fördern und Gemeinschaft stärken.
Was ihr mitnehmt:
- Warum soziale Infrastruktur für funktionierende Demokratien unverzichtbar ist.
- Welche Rolle physische Orte für gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen.
- Wie Social-Impact-Initiativen Einsamkeit und Isolation begegnen können.
- Warum interdisziplinäre Zusammenarbeit entscheidend für die Zukunft unserer Städte ist.
… und für den Deep Dive ins Rabbit Hole: https://www.munich-urban-colab.de/
🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Snacks, dem Snackable Podcast.
00:00:03: Produziert von Ström New Audio Culture.
00:00:07: Wussten Sie eigentlich das Einsamkeit genauso schädlich für unsere Gesundheit ist wie... naja, wie fünfzehn Zigaretten am Tag?
00:00:15: Wahnsinn
00:00:15: oder?!
00:00:16: Ja total und es wird noch alarmierender!
00:00:19: Genau dieses Gefühl der Isolation ist eben auch eine reale Gefahr für unsere Demokratie.
00:00:24: Wir analysieren heute deshalb die achte Ausgabe des Magazins CoLab Quarterly
00:00:30: Ein sehr spannendes Heft.
00:00:31: Absolut!
00:00:32: Unsere Mission heute also wie untersuchen, wie München mit dem Konzept Social Impact gegen diese gesellschaftliche Vereinsamung ankämpft und warum die Rettung unserer Demokratie buchstäblich direkt vor unsere Haustür beginnt?
00:00:46: Ja... Und wenn wir uns die Gesundheitsdaten mal anschauen dann wird das Ausmaß erst richtig deutlich.
00:00:52: Wir müssen hier wirklich von der reinen individuellen Ebene auf eine naja handfeste gesellschaftlichen Krise zoomen.
00:00:58: Also aktuell fehlen sich einfach forty-sechs Prozent der sechzehn bis dreißigjährigen Einsamen.
00:01:04: Das
00:01:04: ist ja fast die Hälfte,
00:01:06: krass!
00:01:08: Genau.
00:01:09: und der politische Knallfaktor dabei ist äh dreiundsechzig Prozent dieser stark einsamen jungen Erwachsenen sind komplett unzufrieden mit der Demokratie.
00:01:18: Wow
00:01:19: das ist eine massive Abkopplung vom System oder?
00:01:22: Absolut Ich sehe das irgendwie wie eine toxische Ehe zwischen uns Bürgern und dem Staat, wenn sich der Partner im Alltag einfach nicht mehr kümmert.
00:01:30: Also die Zügen fallen aus, die Schulen bröckeln vor sich hin, dass örtliche Schwimmbad schließt dann zieht man sich doch emotional zurück?
00:01:39: Richtig!
00:01:39: Man entzieht das Vertrauen
00:01:41: Genau Aber man bleibt ihm nicht nur enttäuscht auf dem Sofa sitzen.
00:01:45: Irgendwann kipp diese Frustration ja in Wut um Und man sucht sich radikale Alternativen, die einem dann versprechen dieses ganze kaputte Haus einfach mal komplett abzureißen.
00:01:55: Ganz genau das!
00:01:56: Dr.
00:01:57: Ursula Münch ist ja die Direktorin der Akademie für politische Bildung in Tutsingen.
00:02:02: Die beschreibt diesen Prozess in den untersuchten Berichten ganz ähnlich – Vertrauen implodiert nicht von heute auf morgen.
00:02:09: Nein, das erodiert zu schleichend.
00:02:10: Exakt Fehlende Infrastruktur und eben die daraus resultierende Vereinzelung bilden den absolut perfekten Nährboden für tiefes Misstrauen.
00:02:20: Also Menschen, die in ihrem Alltag wirklich niemand mehr treffen und sich vom System so alleine gelassen fühlen, die verabschieden sich dann einfach aus dem öffentlichen
00:02:28: Diskurs.".
00:02:29: Und im Vakuum florieren dann extreme Positionen völlig unwidersprochen...
00:02:33: ...und man überhaupt mal wieder ins Gespräch kommt!
00:02:36: physische neutrale Räume.
00:02:38: Die sogenannten dritten Orte,
00:02:39: ne?
00:02:39: Exakt!
00:02:40: Orte weit außerhalb der eigenen Filterblase.
00:02:43: Mich begeisterte ein Münchenjahr total dieses Projekt Belvio di Monaco.
00:02:46: Oh ja tolles Projekt
00:02:48: Also einen Sportplatz oben auf einem Dach mitten in der Stadt wo Geflüchtete und Anwohner einfach so zusammenkicken.
00:02:54: Aber unterfrage ich mich wirklich ist das nicht irgendwie wahnsinnig naiv?
00:02:58: also reichen denn ein paar Fußballpässe wirklich aus um eine handfeste politische Radikalisierung zu stoppen?
00:03:05: Also ein einzelnes Fußballspiel rettet natürlich keine Demokratie.
00:03:09: Ja,
00:03:10: das dachte ich mir fast!
00:03:11: Aber solche Orte zwingen uns halt in ungefilterte physische Interaktion mit Menschen die wir sonst im Alltag nie treffen würden.
00:03:20: Das baut Barrieren ab?
00:03:22: Ein weiteres Fundament dafür sind übrigens Bibliotheken.
00:03:26: Oh,
00:03:26: Biblioteken!
00:03:28: Wirklich?!
00:03:28: Ja total...
00:03:30: Das sind längst keine reinen Buchausleihen mehr.
00:03:32: Das sind heute gelebte demokratische Räume, die eben Informationsfreiheit und Teilhabe
00:03:38: garantieren.".
00:03:39: Okay das macht Sinn!
00:03:40: Oder schauen wir mal auf das München-Budget?
00:03:43: Da fließt eine Million Euro direkt in konkrete Ideen der Bürgerschaft.
00:03:48: Wenn Menschen dann erleben, dass ihr Vorschlag für den eigenen Stadtteil auch wirklich finanziert und umgesetzt wird.
00:03:54: Ah versteht das baut dann unmittelbar wieder Vertrauen in die demokratischen Prozesse auf.
00:03:58: Ganz genau Physische
00:03:59: Begegnungen und lokale Budgets sind ja spürbar ein guter Anfang.
00:04:03: Aber wenn wir so einen echten systemischen Wandel wollen müssen wir doch irgendwie noch größer denken oder?
00:04:09: Wir brauchen skalierbare Lösungen Die nicht nur auf ehrenamtlichen Schultern ruhen.
00:04:13: Und da kommt dann das Konzept des Social-Startups ins Spiel.
00:04:18: Michael Stockerler thematisiert in dieser Kollabausgabe ja ein ganz zentrales Finanzierungsdilemma.
00:04:24: Klassische Risikokapitalgeber investieren mit dem Ziel eines enormen finanziellen Exits.
00:04:30: Klar, klassische Profitmaximierung
00:04:31: Genau!
00:04:32: Das ist sozusagen eine fünfspurige Autobahn für die.
00:04:36: Social Startups fahren dagegen eher über holprige Feldwege.
00:04:39: Warum genau?
00:04:40: Naja, sie brechen diese Mathematik auf und wollen ihre Gewinne oft direkt wieder in die Community reinvestieren.
00:04:47: Statt sie an Investoren auszuschütten.
00:04:49: Sichtig!
00:04:49: Und deshalb scheitern Sie oft an der traditionellen Geldbeschaffung, die große Vision von der da gesprochen wird ist das Social Impact Unicorn.
00:04:58: Moment.
00:04:58: Social Impact unicorn?
00:05:00: Ja wir kennen ja das klassische Silicon Valley Unicorn also ein Start-up dass eine Milliarde Euro wert ist auf dem Papier.
00:05:07: Ein Social Impact unicorn hingegen generiert eine Milliard Euro an und das ist der Punkt gesellschaftlich Mehrwert.
00:05:15: Startups wie Loneliness bekämpfen direkt die Einsamkeit.
00:05:19: Oder eine Initiative wie Nexus Politics, die fördern messbar die politische Transparenz.
00:05:26: Halt!
00:05:26: Da muss ich direkt mal reingrätchen – gesellschaftlicher Mehrwert.
00:05:30: Das klingt ja wunderbar für so ein PR-Prospekt.
00:05:33: Ja, ich weiß was Sie meinen….
00:05:35: Aber wie soll ein Investor das bitte greifen?
00:05:38: Also wie verwandelt man so einen extrem weichen Begriff in harte Zahlen, die man messen und in die man wirklich investieren kann?
00:05:46: Das passiert durch die stringente Monitalisierung von vermiedenen Kosten.
00:05:51: Das ist eine völlig neue Messlogik!
00:05:53: Wie genau funktioniert
00:05:54: das?!
00:05:54: Also ein Start-up wie Loneliness muss Datenbasiert nachweisen dass seine Plattform die Isolation in einem bestimmten Stadtteil signifikant senkt.
00:06:05: Okay...und dann...?
00:06:06: Und wenn dadurch weniger Menschen an schweren Depressionen erkranken, sinken ja die Arztbesuche und die stationären Behandlungskosten.
00:06:15: Man berechnet also die konkreten Millionenbeträge, die das Gesundheitssystem effektiv einspart?
00:06:20: Exakt!
00:06:21: Und Krankenkassen, Kommunen oder auch Impact-Fonds finanzieren das Startup dann basierend auf genau diesen hart messbaren eingesparten Kosten.
00:06:31: So wird dieser weiche Wert auf einmal zu einer handfesten investibaren Währung.
00:06:35: Wahnsinn!
00:06:36: Das dreht ja die klassische Wirtschaftskomponente komplett um und macht den Erhalt unserer Gesellschaft plötzlich zu einem echten Business Case.
00:06:43: Absolut, ein total spannender Ansatz.
00:06:46: So – Ein provokanter Denkanstoß für Sie.
00:06:49: zum Schluss Wenn sie das nächste Mal am Bahnhof stehen und mal wieder über einen verspäteten Zug flufen, denken Sie kurz daran dass diese scheinbare Alltagsfrustration gerade unsere Demokratie einem kleinen Stresstest unterzieht.
00:07:00: Hm,
00:07:01: wahrer Punkt
00:07:02: Und gehen Sie als kleines Gegenmittel vielleicht einfach mal wieder in Ihre lokale Bibliothek.
00:07:07: Wenn sie heute etwas Neues gelernt haben, empfehlen Sie unseren Podcast sehr gerne an Freunde und Kollegen weiter!
00:07:13: Jeder Kontakt außerhalb unserer gewohnten Kreise ist eben eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
00:07:21: Das war eine weitere Folge von Snacks – dem Snackable-Podcast Produziert von Strömer New Audio Culture.
00:07:28: Schauen Sie gerne in die Show Notes für weitere Infos zu unserem Thema.
00:07:31: Bis zur nächsten Folge!
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