#072 Berlin 2026: Was Architekt:innen von der Politik fordern
Shownotes
Wir sprechen über die zentralen Forderungen der Architektenkammer Berlin und zahlreicher Berufsverbände zur Abgeordnetenhauswahl 2026 in Berlin. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Berlin nachhaltiger, klimaresilienter und lebenswerter gestaltet werden kann.
Die Verbände fordern eine stärkere Orientierung am Klimaschutz, insbesondere durch den Erhalt von Bestandsgebäuden, die Entwicklung einer Schwammstadt sowie eine soziale Bodenpolitik. Gleichzeitig werden eine konsequente Mobilitätswende, transparente Wettbewerbsverfahren und eine umfassende Digitalisierung der Verwaltung angemahnt.
Was ihr mitnehmt:
- Welche Prioritäten Planer und Verbände für Berlin setzen.
- Warum Bestandserhalt als Klimaschutzmaßnahme gilt.
- Welche Rolle die Schwammstadt für die Zukunft Berlins spielt.
- Warum Beteiligung und Wettbewerbe für Baukultur entscheidend sind.
… und für den Deep Dive ins Rabbit Hole: https://www.ak-berlin.de/fileadmin/userupload/Faltblaetter/2026PositionenzurWahl.pdf
🎧 Transparenzhinweis: Die Inhalte von SNAXX – The Snackable Podcast entstehen in einem kollaborativen Workflow: Die Inhalte und Ideen zu den einzelnen Folgen stammen von Christopher Weiß. Die redaktionelle Ausarbeitung und Produktion erfolgen in Zusammenarbeit mit NotebookLM (Google Labs) unter Nutzung der integrierten Podcast-Funktionen. Die Shownotes werden mit Unterstützung von ChatGPT erstellt, die abschließende Redaktion, Finalisierung und das Publishing übernimmt erneut Christopher Weiß.
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Snacks, dem Snackable Podcast produziert von Ström New Audio Culture.
00:00:08: Also stellen Sie sich mal vor sie backen einen wirklich perfekten total aufwendigen Kuchen Und dann werfen sie den einfach komplett in den Müll, nur weil ihn die Farbe der Zuckerglasur heute irgendwie nicht mehr gefällt.
00:00:23: Das wäre absolut absolut?
00:00:25: Richtig!
00:00:25: Absolut.
00:00:26: aber genau so behandeln wir aktuell massenhaft unsere intakten Gebäude und Wohnblöcke.
00:00:32: Okay, packen wir das mal aus.
00:00:34: Wir analysieren heute nämlich ein extrem spannendes Positionspapier der Architekten Kammer Berlin und weiterer Verbände zur Wahl im Jahr-Zwischen.
00:00:42: Genau!
00:00:43: Und die Mission unserer Quellen ist im Grunde diese eine große Frage also wie muss eine Metropole gebaut oder eben umgebaut werden?
00:00:51: Um überhaupt zukunftsfähig zu bleiben?
00:00:53: Ja weil es hier echt nicht um schöne neue Fassaden geht sondern naja fast schon um unser städtisches Überleben.
00:00:59: Dieser Kuchenvergleich von Eben Der trifft das eigentlich schon perfekt.
00:01:03: Da sind wir nämlich direkt beim Kernthema der sogenannten grauen Energie,
00:01:07: also der Energie die die schon in dem Gebäude drin steckt.
00:01:10: richtig wenn wir ein bestehendes gebäude einfach abreißen dann vernichten wir auf einen schlag all diese energie also die die jemals aufgewendet wurde um den beton zu mischen oder die ziegel zu brennen und dass fundament zugüßen.
00:01:24: wahnsinn eigentlich wenn man da mal drüber nachdenkt.
00:01:26: ja
00:01:26: total.
00:01:27: Die Fachleute in dem Papier fordern deshalb eine wirklich radikale Bauwende.
00:01:32: Und allen voran steht da ein sogenanntes Abrissverbot mit Genehmigungsvorbehalt.
00:01:36: Okay, das heißt also wir sollen einfach komplett aufhören uns immer nur auf den Neubau zu stürzen?
00:01:41: Ähm
00:01:41: ja im Prinzip schon die Ressourcen müssen im System bleiben.
00:01:45: Sanierung muss absoluten Vorrang haben.
00:01:47: Aber das stelle ich mir in einer stark wachsenden Stadt wie Berlin extrem schwierig vor.
00:01:53: Ich meine es fehlt doch an allen Ecken und Enden am Wohnraum.
00:01:56: Das ist genau das große Spannungsfeld bei der Sache.
00:01:59: Die Experten fordern da einen, wie Sie es nennen, Umbauturbo anstatt des klassischen Bauturbos.
00:02:05: Ein Umbouturbo okay?
00:02:07: Ja!
00:02:08: Weil wir unsere Klimaziele mathematisch einfach überhaupt nicht mehr erreichen wenn wir immer weiter abreißen und neu hochziehen.
00:02:15: CO² Grenzwerte sollen da quasi zur Pflicht für jede Baugenehmigung werden Verstehe.
00:02:20: Und neben diesen strengen Grenzwerten schlägt das Papier ja auch eine völlig neue Umgangsweise mit der, sagen wir mal städtischen Oberfläche vor.
00:02:29: Da fällt dauernd dieser Begriff Schwamm statt!
00:02:31: Ja ein extrem wichtiges Konzept.
00:02:34: Das klemmt ja erstmal nach einer ganz netten Metapher.
00:02:36: aber wie funktioniert es rein mechanisch?
00:02:39: Also wir saugen das Wasser auf oder wie?
00:02:41: Genau so.
00:02:43: Bisher sind unsere Städte ja eher so ausgelegt, dass Regenwasser über diesen glatten Asphalt so schnell wie möglich in die Kanalisation abgeleitet wird.
00:02:52: Was bei Starkregen dann halt immer zu diesem komplett überfluteten Straßen führt?
00:02:56: Richtig!
00:02:57: Und in einer Schwarmstadt wird das Wasser genau dort gehalten wo es eben fällt.
00:03:02: Okay und wie genau?
00:03:04: Das passiert ganz mechanisch durch stark begrünte Dächer oder indem man betonierte Flächen einfach wieder aufbricht und natürlich durch riesige unterirdische Rückhaltebecken.
00:03:14: Und wenn dann eine von diesen immer häufigeren Hitzewellen kommt, dann verdunstet dieses spareicherte Wasser nämlich an?
00:03:21: Exakt!
00:03:23: Das verdunste dann ganz langsam und kühlt die Umgebung quasi wie so ne Art natürliche Klimaanlage – und bei Starkregen entlastet ist das Kanalsystem.
00:03:31: Okay, wir entsiegeln also Flächen und machen den Boden überhaupt erst mal wieder aufnahmefähig für das Wasser.
00:03:38: Aber dieser Boden ist ja mittlerweile fast unbezahlbar geworden.
00:03:43: Ohja!
00:03:43: Das ist ein riesiges Problem?
00:03:45: In den Quellen heißt es ja dass in guten Lagen in Berlin die reinen Grundstückskosten mittlerweile bei über fünfzig Prozent der gesamten Baukosten liegen.
00:03:55: wie soll eine Stadt denn da so einen klimagrechten Umbau überhaupt noch finanzieren?
00:04:00: Da schlagen die Planner einen wirklich massiven Eingriff vor.
00:04:03: Und zwar soll das Land Berlin diese Flächen wieder verstärkt selbst ankaufen und diese Fläche dann aber eben nicht mehr verkaufen, sondern stattdessen über das sogenannte Erbbaurecht vergeben.
00:04:15: Hier wird es jetzt nämlich wirklich interessant!
00:04:18: Aber wie genau löst so ein Pachtvertrag denn das Problem von diesen explodierenden Immobilienpreisen?
00:04:24: Naja also wenn eine Stadt Grundstücke verkauft verliert sie ja für immer die Kontrolle darüber.
00:04:30: Klar, und dann können private Spekulanten den Wert völlig frei in die Höhe treiben?
00:04:34: Ganz genau!
00:04:35: Aber beim Erdbaurecht bleibt die Stadt dauerhaft die Eigentümerin des Bodens – Sie verpachtet ihn lediglich meistens so für neunundneunzig Jahre an jemanden, der darauf baut.
00:04:44: Ach, das heißt die Stadt kann dann in diesem Vertrag ganz genau diktieren was dort passieren darf.
00:04:49: Richtig!
00:04:50: Zum Beispiel dass die Mieten dort einen ganz bestimmten Wert einfach nicht übersteigen dürfen.
00:04:55: der Boden wird also dieser reinen Markt Spekulation komplett entzogen.
00:04:59: Wow
00:05:00: ohne smarte Bodenpolitik gibt es quasi keinen bezahlbaren Wohnraum.
00:05:04: Das ist schon ein ziemlich harter Markteingriff.
00:05:07: Absolut, aber laut den Experten ist genau das der Stabilitätsanker der gesamten Gesellschaft.
00:05:12: Ähnlich fordern klingt für mich auch dieses Konzept der Kiezblocks und der Vorrang für den Radverkehr und den ÖPNV – das wird ja in der öffentlichen Debatte oft fast schon als Angriff auf Autofahrer wahrgenommen.
00:05:26: Ja, das ist ein hoch emotionales Thema ganz klar!
00:05:29: Aber was hier wirklich faszinierend ist, ist die logische Mechanik dahinter.
00:05:33: Es geht den Planern primär um Flächenfernes.
00:05:36: Flächenfernes, das ist ein echt gutes Wort!
00:05:39: Weil ein parkendes Auto ja unglaublich viel Platz wegnimmt oder?
00:05:43: Genau – Ein einziges Parkendes Auto blockiert im Schnitt zwölf Quadratmeter öffentlichen Raum Zwölf Quadratmeter.
00:05:50: Krass!
00:05:51: Und Kiezblocks leiten eben den Durchgangsverkehr durch physische Barrieren, also durch Poller oder clevere Einbahnstraßen einfach um diese Wohnvögel herum.
00:06:00: Der Platz der dadurch in der Straße gewonnen wird, der kann dann genau wieder für die ganzen Schwammstadt-Elemente genutzt werden über die wir vorhin gesprochen haben.
00:06:07: richtig.
00:06:08: Exakt.
00:06:09: Alles greift hier komplett ineinander.
00:06:11: Man holt sich den Platz für die Begrünung und die rückhalte Becken quasi zurück.
00:06:15: Okay, ich spiel jetzt aber mal ganz kurz den Advokatus Diaboli!
00:06:19: Wir reden hier über neue Pachtverträge für teure Grundstücke, über wahnsinnig komplexe Umbau-Genehmigungen und völlig neue Verkehrskonzepte.
00:06:27: Ich ahne schon worauf das hinausläuft...
00:06:29: Ja also in der Realität erstickt so eine gute Vision doch meistens sofort im nächsten Berliner Amt in der ganzen Bürokratie.
00:06:36: Das ist ein absolut valider Punkt Und das Positionspapier sieht diese Gefahr auch ganz klar.
00:06:42: Die weitreichendsten Visionen scheitern am Ende oft an Schnöden, Papierakten.
00:06:45: Das
00:06:46: glaube ich sofort!
00:06:47: Daher kommt auch dieser extrem dringende Forderung nach einer vollständig digitalen papierlosen Bauakte und eben auch der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz in den Ämtern.
00:06:58: Moment, KI in ja Stadtplanung?
00:07:01: Aber wie genau soll das helfen ohne dass am Ende irgendwelche Algorithmen völlig blind unsere ganzen Wohnviertel
00:07:06: designen?!
00:07:07: Keine Sorge, die Entscheidungshoheit muss natürlich strikt bei den menschlichen Fachleuten bleiben.
00:07:12: Die KI soll wirklich nur als reines Werkzeug dienen.
00:07:15: Also
00:07:15: eher so für die Datenverarbeitung im Hintergrund?
00:07:17: Genau!
00:07:18: Um gigantische Datenmengen auszuwerten – also etwa zu CO-Zwei-Emissionen oder für komplexe Verschattungsanalysen.
00:07:25: das geht mit KI in Sekunden.
00:07:28: Wenn wir das mit dem großen Ganzen verbinden wird klar warum das so wichtig ist.
00:07:31: Weil die Prozesse dann endlich schlanker werden und die Bürokratie sinkt?
00:07:35: Richtig Und das öffnet dann wieder den Markt.
00:07:38: Plötzlich können auch junge kleinere Architekturbüros an diesen Wettbewerben teilnehmen,
00:07:43: weil sie nicht mehr von diesen endlosen Formalien und Papierbergen erdrückt werden.
00:07:48: Exakt!
00:07:49: Und genau diese jungen Köpfe und deren Innovationen brauchen wir ja ganz dringend für diesen radikalen Umbau der Stadt.
00:07:55: Okay – Wir drehen uns also wirklich von Grund auf weg vom bloßen Neubau und hin zur radikalen Optimierung von dem was schon da ist.
00:08:03: Genauso ist es.
00:08:04: Das bringt mich zu einem vielleicht etwas provokanten Gedanken für Sie zum Mitnehmen.
00:08:09: Wenn ständiger Umbau, strenge CO-Zweibudges und KI-Analysen unsere Nahezukunft dominieren wird?
00:08:15: Wird der Architekt von morgen dann weniger ein klassischer Künstler am Heißbritze sein?
00:08:21: Spannende Frage!
00:08:22: Ja, vielleicht ist er eher ein datengetriebener Recycler.
00:08:28: Ein datengedriebener recycler der gebauten Umwelt – das ist ein sehr schöner Gedanke
00:08:33: Ein Gedanke, den Sie zu Hause definitiv mal weiterverfolgen sollten.
00:08:37: Und wenn Ihnen unsere heutige Analyse gefallen hat, empfehlen sie unseren Podcast gerne weiter!
00:08:42: Das
00:08:44: war eine weitere Folge von Snacks – dem Snackable-Podcast Produziert von Strömmel New Audio Culture.
00:08:51: Schauen Sie gern in die Show Notes für weitere Infos zu unserem Thema.
00:08:54: Bis zur nächsten Folge.
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